Schädlinge im Neubau oder nach Renovierung: Warum gerade neue Häuser betroffen sind
- Baumaterialien als Einfallstor: Wie Schädlinge mit einziehen
- Feuchtigkeit, Hohlräume und Dämmung: Der ideale Nährboden
- Welche Schädlinge zeigen sich zuerst?
- Sind die kleinen Untermieter gefährlich?
- Schädlinge im Neubau vorbeugen und loswerden
Bei Schädlingen im Neubau wirken drei Faktoren zusammen: In der Bauphase steht die Baustelle häufig monatelang offen und gibt somit eine verlockende Einladung für Schädlinge ab. Doch auch durch Baumaterialien und Verpackungen gelangen Schädlinge leicht ins Haus. Und zuletzt bietet die Restfeuchte in Wänden und Estrich über Monate ideale Lebensbedingungen für ungebetene Gäste.
Baumaterialien als Einfallstor: Wie Schädlinge mit einziehen
Silberfischchen, Papierfischchen und Staubläuse reisen selten von selbst ins Haus, sie kommen als blinde Passagiere mit. Dämmstoffe, Verpackungsmaterial und Paletten bieten ihnen auf dem Transport zur Baustelle Unterschlupf. Doch auch die Baustelle selbst wird zum Einfallstor: Rohrdurchführungen für Wasser, Abwasser und Elektrik werden häufig erst gegen Ende der Bauzeit endgültig verschlossen, ebenso Kabelschächte und Rollladenkästen. Für Nager und Insekten sind das bequeme Wege ins Innere, lange bevor die ersten Bewohner einziehen.
Feuchtigkeit, Hohlräume und Dämmung: Der ideale Nährboden
Beton, Estrich, Putz und Farbe: All diese Baumaterialien enthalten Wasser und erfordern eine entsprechend lange Trocknungsphase, teils bis zu einem Jahr, je nach Jahreszeit. Erschwerend kommt die moderne, energieeffiziente Bauweise hinzu. Häuser werden heute deutlich luftdichter gebaut als noch vor zwanzig Jahren, damit möglichst wenig Wärme über Ritzen und Fugen entweicht. Ohne regelmäßiges, kontrolliertes Lüften kann die eingeschlossene Baufeuchte jedoch kaum entweichen und staut sich in Wandhohlräumen, hinter Dämmung und in Rollladenkästen.
Welche Schädlinge zeigen sich zuerst?
Ist die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch, kann sich mikroskopisch kleiner Schimmel auf Böden und Wänden bilden. Dieser Schimmelbefall bietet eine optimale Nahrungsquelle für Staubläuse (Psocoptera), 1,2 bis 2,3 Millimeter große, fast durchsichtig wirkende Insekten mit langen Fühlern. Staubläuse gelten als zuverlässiger Hinweis auf eine noch nicht abgeschlossene Bautrocknung.
Wo es warm und feucht ist, siedeln sich gerne Silberfischchen (Lepisma saccharina) an, silbrig glänzende Insekten, deren Hinterleib nach hinten schmaler zuläuft. Typischerweise kommen sie in Küche und Bad vor. Häufig werden die nachtaktiven Insekten gar nicht bemerkt, weil sie nur bei Dunkelheit aus ihren Verstecken kriechen. Mehr zu den lichtscheuen Insekten und wie Sie sie dauerhaft loswerden, lesen Sie in unserem Beitrag zu Silberfischen im Haus.
Eng verwandt ist das Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum), das im Unterschied zum Silberfischchen auch trockenere Räume verträgt und deshalb bei bereits getrockneten Neubauten vorkommen kann.
Sind die kleinen Untermieter gefährlich?
Staubläuse und Silberfischchen sind für Menschen ungefährlich, auch wenn ihr plötzliches Auftreten unangenehm ist. Sie übertragen keine Krankheiten und richten keine Schäden an der Bausubstanz an. Vielmehr sind sie ein biologischer Hinweis auf hohe Luftfeuchtigkeit.
Papierfischchen sind laut Umweltbundesamt ebenso keine Gesundheitsgefahr für Menschen, können allerdings zu erheblichen Materialschäden führen, beispielsweise an Büchern oder Tapeten. Lässt sich der Befall mit einfachen Maßnahmen nicht eindämmen, sollte in jedem Fall ein professionelles Schädlingsbekämpfungsunternehmen hinzugezogen werden, um Schäden zu vermeiden.
Mäuse und Ratten im Neubau: Offene Bauphase und Baumängel
Neben dem Insektenbefall können im Neubau auch Probleme mit Schadnagern auftreten. Einerseits nutzen Mäuse und Ratten die offene Bauphase, um sich schon vor Fertigstellung in Materiallagern oder Dämmstoffrollen einzunisten, angelockt durch liegen gelassenene Essensreste der Handwerker. Andererseits können die Nager Baumängel wie mangelhafte Rohrdurchführungen, unzureichend verschlossene Abwasserleitungen oder ungeschützte Lüftungsöffnungen als Weg ins Innere entdecken. Auch nach einer Renovierung können Probleme mit Schadnagern auftreten, beispielsweise wenn nach einer Wärmedämmung kein stabiles Sockelprofil angebracht wird. Durch Dämmmaterial wie EPS/Styropor fressen sich Mäuse mühelos durch. Ausführliche Tipps zur Bekämpfung von Mäusen in Kellerräumen haben wir in unserem Artikel Mäuse im Keller – was tun? zusammengefasst.
Wer spindelförmigen Kot, Nagespuren an Kabeln oder Verpackungen und nächtliches Scharren in Wänden oder unter dem Dach bemerkt, sollte aufmerksam werden. Hat sich nur eine Maus in den Neubau verirrt? Oder liegt ein tatsächlicher Befall vor? Dies lässt sich durch Schlagfallen, die mit einem Monitoring-Köder bestückt sind, einfach feststellen. Platzieren Sie Schlagfallen dabei stets außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren, etwa hinter Möbeln oder in engen Zwischenräumen, und kontrollieren sie regelmäßig.
Sollten Sie ein Nagerproblem im Neubau vermuten, lohnt sich die Beauftragung eines Schädlingsbekämpfungsunternehmens, das die Ursache für den Befall feststellen kann. Liegt die Ursache tatsächlich an einem nachweisbaren Baumangel, kann der Bauunternehmer innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist grundsätzlich dafür verantwortlich gemacht werden. Speziell bei Rattenbefall im Außenbereich finden Sie weiterführende Informationen in unserem Beitrag Was tun gegen Ratten im Garten?
Schädlinge im Neubau vorbeugen und loswerden
Damit keine Schädlinge nach Renovierung oder im Neubau auftreten, lassen sich bereits vorab vorbeugende Maßnahmen treffen. Allgemeine Grundregeln, mit denen sich Schädlinge im gesamten Zuhause vorbeugen lassen, finden Sie auch in unserem Ratgeber Schädlingsfreies Zuhause.
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Luftfeuchtigkeit senken: Gegen feuchteliebende Insekten wirkt vor allem konsequentes Lüften. Mehrmals täglich für wenige Minuten Stoßlüften senkt die Luftfeuchtigkeit spürbar und beschleunigt die Bautrocknung. Das Ziel sollte sein, die Luftfeuchtigkeit auf 45 bis maximal 60 Prozent zu senken. Noch besser ist, wenn die Bautrocknung bereits vor Einzug abgeschlossen wird, beispielsweise unter Zuhilfenahme technischer Bautrockner.
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Ordnung halten: Kartons und Verpackungsmaterial sollten nicht wochenlang offen im Haus stehen, sondern zügig entsorgt oder in geschlossenen Kunststoffboxen zwischengelagert werden, damit sie nicht als Unterschlupf dienen.
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Einfallstore schließen: Rohrdurchführungen, Kabelschächte und Rollladenkästen sollten vollständig abgedichtet werden, sobald die Gewerke abgeschlossen sind. Ritzen und Spalten ab wenigen Millimetern Durchmesser lassen sich mit feinmaschigem Gitter oder Dichtmasse verschließen
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Grundstück aufräumen: Ist die Baustelle abgeschlossen, gilt es Bauschutt und Materialreste zeitnah vom Grundstück zu entfernen, damit sie gar nicht erst als Unterschlupf dienen.
Wer diese Punkte schon während der Bauphase im Blick behält, verhindert die meisten Probleme, bevor sie im neuen Zuhause überhaupt sichtbar werden. Wir wünschen Ihnen viel Freude in Ihrem neuen Zuhause!
Sollten Sie Fragen rund um das Thema Schädlingsbekämpfung haben, wenden Sie sich gerne an unseren Kundenservice unter Telefon: 07021 9538989.






