Vorratsschädlinge bekämpfen: Kornkäfer, Mehlmotten & Co.
Vorratsschädlinge sind kein saisonales Randthema. Sie begleiten Lager- und Herstellungsbetriebe das ganze Jahr über – mal sichtbar und mal verborgen. Für professionelle Schädlingsbekämpfer liegt die eigentliche Herausforderung nicht in der akuten Bekämpfung einzelner Schadorganismen, sondern im Verstehen des Entwicklungszyklus in Kombination mit den Prozessen im Betrieb. Wer weiß, wann sich Kornkäfer, Mehlmotten & Co. entwickeln, wie sie sich ausbreiten oder wo sie unauffällig überdauern, kann gezielt eingreifen und Schäden dauerhaft begrenzen.
Dieser Leitfaden ordnet typische Vorratsschädlinge in den Jahreszyklus ein und zeigt, wie Sie Ihre Maßnahmen fachlich fundiert planen, umsetzen und Ihren Kunden nachvollziehbar empfehlen können.

- Einige wichtige Vorratsschädlinge im Überblick
- Vorratsschädlinge im Jahresverlauf verstehen
- Winter: Verborgene Entwicklung
- Frühjahr: Neustart der Populationen
- Sommer: Hochphase und Vermehrung
- Herbst: Eintrag und Vorbereitung
- Bekämpfung ganzjährig richtig aufbauen
- Ganzjährig denken, nachhaltig handeln
Einige wichtige Vorratsschädlinge im Überblick
Kornkäfer (Sitophilus granarius)
Der Kornkäfer zählt zu den klassischen Primärschädlingen. Als Vertreter der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae) befällt er intakte Körner von Roggen, Weizen oder Gerste. Die Weibchen legen ihre Eier direkt ins Korn, wo sich die Larven vollständig im Inneren entwickeln. Ein Befall bleibt daher lange unentdeckt, während bereits erhebliche Schäden angerichtet werden.

Reiskäfer (Sitophilus oryzae)
Der Reiskäfer ist dem Kornkäfer sehr ähnlich, jedoch wärmeliebender und flugfähig. In temperierten Lagerbereichen kann er mehrere Generationen pro Jahr ausbilden, jeweils mit einer Lebensdauer von bis zu einem halben Jahr.

Mehlmotte (Ephestia kuehniella)
Die klassische Mehlmotte ist mit einer Spannweite von bis zu 20 bis 25 Millimetern gut erkennbar. Ihre Larven verunreinigen Mehl, Schrote und Futtermittel durch Gespinste und Kot.

Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
Die Dörrobstmotte ist einer der häufigsten Vorratsschädlinge. Sie nutzt verschiedenste Vorräte wie Nüsse, Saaten, Gewürze, Sämereien oder Getreideprodukte. Ihre hohe Mobilität macht sie besonders problematisch. Ein einziger unbehandelter Bereich reicht aus, um einen erneuten Befall auszulösen.

Monitoringprodukte aufstocken
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Vorratsschädlinge im Jahresverlauf verstehen
Winter: Verborgene Entwicklung
Im Winter sinkt die Aufmerksamkeit vieler Betriebe häufig, da die Aktivität und Entwicklung einiger Insektenarten trotz temperierter Gebäude zurückgeht oder gar stoppt. Vorratsschädlinge überdauern diese Phase jedoch problemlos, teils ungestört im Produkt, in Anlagen oder in Rohwaren, um zu Beginn der warmen Jahreszeit wieder zum Leben zu erwachen. Schäden entstehen dabei nicht nur am Produkt, sondern auch an Verpackungen, in Technikbereichen und am Image des Betriebs.
Ihre Aufgabe:
Setzen Sie im Winter verstärkt auf Monitoring. Pheromonfallen liefern jetzt wichtige Hinweise auf Restpopulationen. Ergänzend sollten Warenproben gezogen und typische Hinweise geprüft werden: Gespinste, Fraßmehl, hohle Körner oder lebende Käfer. Empfehlen Sie Ihren Kunden, die Ruhephase zu nutzen und Lagerbereiche und Anlagen gründlich reinigen zu lassen sowie befallene Lebensmittel konsequent zu entfernen.

Schädlingsmanagement im Winter: Wartung & Kontrolle
Frühjahr: Neustart der Populationen
Steigende Temperaturen aktivieren überwinterte Schädlinge. Erste Falterflüge oder Käferaktivitäten werden sichtbar. Häufig stammen sie aus unentdeckten Winterherden.
Ihre Empfehlung an Kunden:
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Bestandsaufnahme. Pheromonfallen sollten kontrolliert, Warenproben gezogen und Risikobereiche geprüft werden. Kleine Funde sind ein Warnsignal und häufig kein Einzelfall.
Sommer: Hochphase und Vermehrung
Der Sommer ist die kritischste Phase. Motten und Käfer legen ihre Eier ab, wobei die Entwicklungszeiten kurz sind und mehrere Generationen pro Jahr ermöglichen. Schäden nehmen schnell zu und Reklamationen häufen sich.

Ihre Rolle:
Jetzt greifen integrierte Konzepte. Neben Monitoring sind gezielte Maßnahmen nötig:
-
thermische Behandlung bei starkem Befall, um alle Entwicklungsstadien zu bekämpfen
-
strukturierte Hygienepläne mit einer Kombination aus Monitoring, Hygiene und Behandlungsmethoden
-
ggf. biologische Verfahren wie der Einsatz von Trichogramma evanescens, um Motteneier zu parasitieren
Geräte zur thermischen Behandlung
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Empfehlen Sie Ihren Kunden, Lager kühl und trocken zu halten und Warenumschläge zu optimieren. Dazu gehören die gründliche Reinigung aller Oberflächen, Ritzen und Maschinen sowie die Beseitigung von Staub- und Produktresten nach Befall.
Herbst: Eintrag und Vorbereitung
Mit Ernte, Anlieferungen und Verpackungsmaterial gelangen neue Schädlinge ins Lager. Der Herbst entscheidet oft darüber, wie problematisch der folgende Winter wird.
Handlungsempfehlung:
Sensibilisieren Sie Ihre Kunden für Wareneingangskontrollen. Neue Lieferungen sollten geprüft, Lagerzonen getrennt und Pheromonfallen strategisch neu positioniert werden.
Bekämpfung ganzjährig richtig aufbauen
Monitoring als Basis
Pheromonfallen sind kein saisonales Werkzeug, sondern ein dauerhaftes Frühwarnsystem. Sie ermöglichen Befallsnachweise, Trendanalysen und die Dokumentation gegenüber Kunden und Auditoren. Wichtig ist die fachlich korrekte Interpretation eines Befalls.
Hygiene konsequent umsetzen
Ohne Hygiene bleibt jede Maßnahme kurzfristig. Befallene Vorräte müssen entfernt und Lager gründlich gereinigt werden. Empfehlen Sie Ihren Kunden klare Reinigungsintervalle und Zuständigkeiten.

Maßnahmen gezielt wählen
Thermische Verfahren, biologische Kontrolle und mechanische Reinigung wirken am besten im Zusammenspiel. Ziel ist nicht die einmalige Bekämpfung, sondern die Vermeidung eines erneuten Befalls.
Schädlingsbekämpfung vorbereiten: Monitoring & Prävention
Ganzjährig denken, nachhaltig handeln
Vorratsschädlinge lassen sich nicht saisonal „abarbeiten“. Sie erfordern ein Verständnis für Zyklen, Lagerbedingungen und Kundenprozesse. Als professionelle Schädlingsbekämpfer schaffen Sie Mehrwert, indem Sie nicht nur reagieren, sondern beraten. Wer den Jahresverlauf im Blick behält, Schäden früh erkennt und Maßnahmen sauber dokumentiert, positioniert sich als langfristiger Partner – fachlich fundiert und wirtschaftlich relevant.
Die passenden Produkte für Monitoring, Pheromonfallen, thermische Verfahren und ergänzende Maßnahmen finden Sie im PPS Sortiment. Eingebunden in ein sauberes Hygienekonzept lassen sich so Schäden wirksam begrenzen, bevor aus „ein paar Käfern“ ein strukturelles Problem wird. Bei Fragen zu unseren Produkten, steht Ihnen unser Kundenservice gerne telefonisch unter 07021 953890 zur Verfügung.





